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Mein Herz tanzt Tango

Es war bei meinem letzten Aufenthalt in Buenos Aires. Norma Raimondi hatte argentinische und deutsche Freunde zu einer Party in ihre Wohnung eingeladen. Der große Gitarrist Quique Sinesi war da und gab ein Hauskonzert. Auch ich hatte meine Gitarre mit und spielte eine Eigenkomposition: “Mein Herz tanzt Tango”. Der Text war vom Start weg nicht schlecht, die musikalische Begleitung verbesserungsbedürftig.

Dieser Tage wurde ich auf Facebook an den alten argentinischen Tango “Al compás del corazón” (Im Takt des Herzens) von Domingo Federico (Musik) und Homero Expósito (Text) erinnert. Die wohl bekannteste Aufnahme stammt vom Orquesta Miguel Caló mit Sänger Raúl Berón.

Anlass für mich, meinen alten Entwurf von “Mein Herz tanzt Tango” noch einmal herauszusuchen und eine neue Fassung zu erstellen. Den Text habe ich nur minimal geändert. Aus “Tango-Kavalier” wurde “Tango-Chico”, was besser in den Rhythmus passt und gleichzeitig eine kleine Hommage an Iwan Harlans Tango-Chico in Mönchengladbach ist. Iwan ist nicht nur Tango-Lehrer, sondern auch Musiker, der mit eigenen Liedern den “Tango alemán” (oder: “Neuer Deutscher Tango”) verbreitet.

Die Begleitung und die Melodie habe ich stark reduziert. Daraus ist heute eine Version entstanden, aufgenommen mit meinem iPhone zu Hause, überhaupt nicht perfekt, begleitet von einer Ukulele (zu leise) und einem Metronom (zu laut), dafür habe ich mindestens an zwei Stellen den Text vergessen, wobei es einmal nicht schlimm war, denn da ging es gerade ums Vergessen.

Trotzdem hoffe ich, dass euch die Aufnahme gefällt.

*

Der Text erzählt eine mehr oder weniger wahre Geschichte. Es gibt immer diese eine Tänzerin, mit der man so gerne getanzt hätte, aber nie ergab sich die Gelegenheit. Vielleicht hätte ich ihrem Lieblingspartner mal ein Bein stellen sollen. Habe ich natürlich nicht getan, sondern dieses Lied geschrieben:

Mein Herz tanzt Tango

Mein Herz tanzt Tango,
doch Tango tanzt man nicht allein.
Ich schließ’ die Augen
und träum‘, du würdest bei mir sein.
Seit dreißig Nächten,
Buenos Aires, bin ich schon bei dir
und seh dich tanzen,
jeden Abend, doch nie tanzt du mit mir.

Sacadas, Boleos und Ocho cortados
und Ochos nach hinten und vorn
und Giros, Volcadas und Media Lunas,
du schwebst, und ich, ich bin verlor’n.

Mein Herz tanzt Tango,
doch Tango tanzt man nicht allein.
Ich öffne die Augen,
such‘ dich durch meinen roten Wein.
Du tanzt schon wieder,
mit ihm, wirfst dich an seine Brust,
mich siehst du nicht,
du tanzt und bist so voller Lust.

Sacadas, Boleos und Ocho cortados
und Ochos nach hinten und vorn
und Giros, Volcadas und Media Lunas,
du schwebst, und ich, ich bin verlor’n.

Dein Tango-Chico,
der große mit dem Pferdeschwanz,
dreht einen Lápiz
mit Enrosque. Das war sein letzter Tanz.
Auf einmal hebt er ab
und fliegt und fliegt und landet hart.
Ich fang dich auf, du lächelst:
“Bailamos? You’re so smart.”

Sacadas, Boleos und Ocho cortados
und Ochos nach hinten und vorn
und Giros, Volcadas, alles hab ich vergessen
und bin doch, und bin doch nicht verlor’n.

Mein Herz tanzt Tango,
diesen Tango tanz ich nicht allein.
In deinen Armen,
en tu abrazo, darf ich selig sein.
Für drei Minuten
gibt es nur uns und kein zurück,
mein Herz tanzt Tango,
nur drei Minuten, drei Minuten Glück.

Veröffentlicht in Blog Musik Reisen Schritte Tanz

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