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Enjoy Getting the Dances You Want

Cover des Tango-Buches “Enjoy Getting the Dances You Want”

Nichts geht übers Tanzen, wenn man sich dem Tango argentino verschrieben hat. Man kann Kurse besuchen, Workshops und Prácticas, was ich mit meiner Liebsten seit vielen Jahren mache, aber irgendwann muss und will man sich doch in freier Wildbahn beweisen. Freie Wildbahn im Tango heißt: Milonga!

Milonga ist nicht nur eine der drei Hauptmusikformen des Tango (neben Tango und Vals), Milonga ist auch der Überbegriff für jede Art von Tango-Tanzveranstaltung.

Die ersten Versuche ähneln meist einem “betreuten Tanzen” im Umfeld des ersten Lehrers, der Ort ist die vertraute Tango-Schule, die möglichen Tanzpartner kennt man aus dem Kurs. Aber irgendwann beginnt der Ernst des freien Tango-Lebens: Unbekanntes Terrain, unbekannte Musik, und huch, unbekannte Menschen.

Ist ja nicht weiter schlimm, ich habe ja meine/n Liebste/n dabei und damit ist die erste und die letzte Tanda (Tanzreihe von drei bis vier Stücken) des Abends gesichert, wie eines der vielen ungeschriebenen Gesetze des Tango argentino lautet.

Aber was mache ich zwischendurch. Mit wem soll ich tanzen? Und, vor allem, wer will überhaupt mit mir tanzen? Ich bin doch bestimmt viel zu … (schön, hässlich, groß, klein, jung, alt, dick, dünn, erfahren, unerfahren – bitte passenden Begriff einsetzen), als dass mich jemand auserwählen sollte.

Jeder kennt dieses Gefühl. 

Ich gehöre nicht prinzipiell zu den ängstlichen Typen, aber, wenn ich etwas nicht genau kenne, suche ich nach Rat vor allem in Form gedruckter Bücher.

Tatsächlich besaß ich bereits ein Tango-Buch (“Tango Argentino – eine Liebeserklärung” von Astrid Haase-Türk, blv-Verlag), bevor ich den ersten Kurs absolvierte. Es gibt Ratgeber wie “Der große Milonga-Führer” von Gerhard Riedl, den ich einmal gesondert besprechen werde.

Und es gibt, für mich eine ganz neue Entdeckung dieser Woche, in der ich grippekrank im Bett lag, ein Buch in englischer Sprache von Oliver Kent mit dem vielversprechenden Titel: “Enjoy Getting the Dances You Want“, frei übersetzt: Genieße es, jeden Tanz zu bekommen, den du möchtest. Im Untertitel verspricht Kent, mutmaßlich ein US-Amerikaner, die “weißen Stellen im Tango argentino” zu füllen. Als E-Book kostet das Werk 3,74 Euro. 

Cover “Understanding the Mystery of the Embrace!

Auf 244 Seiten (gezählt nach der Printausgabe) beschäftigt sich Kent tatsächlich nur mit diesem einem Thema: Wie verbringe ich einen tollen Milonga-Abend, wie bekomme ich die Tanz-Partner, die ich gerne hätte (und wie vermeide ich die, mit denen ich gerade nicht tanzen möchte)? Die vielen Tipps erscheinen mir hilfreich, den einen oder anderen werde ich demnächst ausprobieren.

Völlig überzeugend fand ich Kents Einteilung der Milonga-Gänger in vier Kategorien: Competitive, Cooperative, Nurturing, Free Spirits (Konkurrierende, Kooperative, Kümmerer, Freigeister). Keine Gruppe ist schlechter als die andere, aber sie haben ihre eigenen Spielregeln, die man kennen sollte, wenn man mit jemandem aus diesen Gruppen tanzen möchte. 

Ich habe das Buch in einer ansonsten durchgehusteten Nacht mit Vergnügen gelesen, oft ein Wörterbuch benötigt (das im Kindle-Reader für meinen Mac zum Glück eingebaut ist), und mir anschließend sofort das zweite Buch aus Oliver Kents Tango-Reihe runtergeladen: “Understanding the Mystery of the Embrace, Part 1“,  frei übersetzt: Das Geheimnis der Umarmung im Tango verstehen, Teil 1 (2,99 Euro). Denn das weiß ich ganz sicher: Neben dem “caminar”, dem Gehen im Tango, ist die Umarmung “abrazo” der Schlüssel zu einem unvergesslichen Tanzerlebnis. Deshalb heißt dieser Tango-Blog, wie er heißt.

 

 

Veröffentlicht in Blog Literatur Tanz

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